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Bock zum Gärtner – ausgerechnet Elsevier soll den Erfolg von open Science in EU messen

Posted on 08/12/2018 by larsdittrich

Als fleißige Lars und die Welt Leser habt ihr bestimmt meinen Post zu „open access“ gelesen. Kurzfassung: im traditionellen System reicht ein Wissenschaftler seine Forschungsarbeit zur Veröffentlichung bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift ein. Die stellen diese Aufsätze dann den Wissenschaftlern der Welt zur Verfügung. Allerdings gegen Bares. Wie jeder andere Verlag funktionieren auch wissenschaftliche Verlage als wirtschaftliche Betriebe. Das finden Viele unfair. Wissenschaftler schreiben die Artikel und begutachten die Artikel anderer Forscher. Die Verlage zahlen ihnen dafür nichts. Sie organisieren den Begutachtungsprozess, kümmern sich um Druck und Bereitstellung auf Websites. Und dafür sollen sie so viel Kohle scheffeln? Die Sache wäre weniger kontrovers, wenn diese Verlage nicht so enorme Gewinnspannen hätten. Die kommen einfach daher, dass sie ein Produkt haben, das der Kunde (die Wissenschaftler der Welt, die immer auf dem neuesten Stand der Forschung bleiben müssen) nicht nur will sondern braucht. Einige Verlage stehen im Ruf, Universitätsbibliotheken (die machen die Abo-Verträge mit den Verlagen) regelrecht zu erpressen und Wuchersummen zu verlangen.
Als Gegenbewegung gibt es das open access publishing. Da zahlt der Wissenschaftler, der den Artikel einreicht, einmalig einen Betrag, der die Publikationskosten deckt. Ab da ist der Artikel bis in alle Ewigkeit für jeden Menschen frei verfügbar.
Eigentlich eine tolle Sache. Allerdings hat das zu den sogenannten predatory journals geführt, die jeden Scheiß veröffentlichen, solange jemand dafür bezahlt. Die wissenschaftliche Qualität ist dann im Keller. Oder tiefer.

Der Ausweg: Open access unterstützen aber überlegt vorgehen und ständig schauen, wie es sich entwickelt. Sobald etwas in die falsche Richtung läuft, gezielt gegensteuern.

Das macht jetzt die EU. Und wenn man schon bei „open access“ ist, kann man auch gleich noch weiter gehen und „open Science“ fordern. Das bedeutet, dass nicht nur die wissenschaftlichen Artikel frei verfügbar sein sollen sondern auch alles andere. Zb die Rohdaten aus Experimenten, so dass jeder noch einmal selbst nachrechnen kann. Oder die Algorithmen, mit denen bestimmte Werte berechnet werden, etwa der Erfolg eines Wissenschaftlers oder einer Zeitschrift.
Dafür hat die EU jetzt mehrere Plattformen und Instrumente eingerichtet. Eins davon ist der Science Monitor. Eine Initiative, die beobachtet, wie sich open access publishing entwickelt. Wie viele Artikel werden open access publiziert, wie gut ist ihre Qualität, wir werden sie aufgenommen?
Wie beobachtet man so was am besten? Na, man könnte die Bewertungskriterien nehmen, die andere bereits entwickelt haben. In diesem Falle sollen die Kriterien von Elsevier benutzt werden. Elsevier ist einer der traditionellen Wissenschaftsverlage. Und zwar der mit dem größten Abzocker-Ruf. Große Wissenschaftsgemeinschaften haben sogar angefangen Elsevier zu boykottieren. „Bevor wir Wucherpreise bezahlen, kaufen wir lieber gar nix!“ Darunter auch die deutsche Helmholtzgemeinschaft, der mein Institut angehört. Deswegen habe ich zurzeit große Schwierigkeiten, bei einer Literaturrecherche an die benötigten Veröffentlichungen zu kommen.

Und ausgerechnet Elsevier soll jetzt für die EU den Erfolg der Konkurrenz, dem open access system, bewerten. Sie benutzen dafür einen Algorithmus, der nicht frei verfügbar ist. Die EU kauft nur die Ergebnisse. Ein klarer Interessenskonflikt. Könnte der Elseviers Bewertungen beeinflussen? Das ist zu befürchten. Im verlinkten Artikel (Englisch) wird berichtet, dass nach Elseviers Bewertungssystem seltsamerweise die Veröffentlichungen des eigenen Hauses 25% besser abschneiden als mit anderen Berertungssystemen, während die Veröffentlichungen des größten Konkurrenten, dem traditionellen Verlag Springer, 40% schlechter abschneiden.

Der Autor zieht einen anschaulichen Vergleich. Stell dir vor, die EU will nachverfolgen, wie und was unsere Bürger so essen. Mit diesen Daten soll dann geprüft werden, ob es auch gesünder ginge und ob man das durch politische Maßnahmen unterstützen könnte. Und für diese Erhebung beauftragt man dann ausgerechnet Mc Donalds. Weil, die kennen sich ja aus mit Essen.

https://amp.theguardian.com/science/political-science/2018/jun/29/elsevier-are-corrupting-open-science-in-europe

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