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Lars und die Welt

Bananokalypse

Posted on 11/03/2018 by larsdittrich

Kennt ihr Weingummi mit künstlichem Bananenaroma? Man fragt sich immer, ob derjenige, der dieses Aroma entwickelt hat, noch nie eine Banane probiert hat. Dabei sind andere künstliche Aromen viel näher am Original.
Das liegt daran, dass früher die Bananen wirklich anders geschmeckt haben als heute. Auf den Märkten gab es eine andere Sorte, Gros Michel. Die soll viel aromatischer gewesen sein. Gibt’s aber heute nicht mehr.
Was, eine aromatische alte Sorte, die es heute nicht mehr gibt? Die ist doch bestimmt von einer Sorte verdrängt worden, die leichter zu ernten und verpacken ist. Und der Genuss leidet wieder mal!
Falsch. Die war genauso ertragreich und leicht zu verschiffen wie die heutige Standardbanane, die Cavendish. Aber die weltweiten Bestände sind von einem Pilz dahingerafft worden, der sogenannten Panamakrankheit. Das war in den 1950ern. Zum Glück wurde schnell die Cavendish als fast so gute Sorte gefunden, die gegen den Pilz resistent ist.
Allerdings passiert mit der jetzt genau das gleiche. Neuer Pilz. Cavendish hat ihm nichts entgegenzusetzen. Viele andere Sorten sind zwar immun. Leider hat von denen keine die tollen Eigenschaften unserer liebsten Sorte.
Kennt ihr diese ziemlich teuren Mini-Bananen, die es manchmal gibt? Die sind doch auch lecker! So ein bisschen blumig. Warum steigt man nicht auf die um? Der Haken ist, dass deren Schale viel dünner ist. Dadurch sind sie empfindlicher und der Transport teurer. Auf die umzusteigen könnte die Bananenindustrie nicht retten. Die Frucht würde in unseren Regalen nur noch selten zu finden sein und die Industrie samt Arbeitsplätzen fast verschwinden.
Die großen Kochbananen haben schön dicke Schalen. Die schmecken aber eher wie Kartoffeln. Keine Alternative für den Bananenmilkshake.
Deswegen versuchen Wissenschaftler, die Cavendish so zu verändern, dass sie super bleibt, trotzdem resistent gegen den Pilz wird. Kreuzungsversuche sind bislang erfolglos.
Der erfolgversprechendste Ansatz ist ein gentechnischer. Ein Gen aus einer resistenten (aber nicht so guten) Sorte wurde in Cavendish eingebracht. So was funktioniert natürlich nur, wenn vorher die Grundlagenforschung so weit ist, dass man solche Resistenzgene erkennen und eben auch verpflanzen kann. Falls ihr euch mal fragt, warum Wissenschaftler lauter kleine Details in scheinbar nutzlosen Pflanzen wie Arabidopsis erforschen.
Scheint zu klappen. Die ersten Pflanzen sind resistent. Das soll jetzt in großen Freilandversuchen überprüft werden.

Falls ihr euch wundert, warum es bei Bananensorten so drastische Unterschiede in der Resistenz gibt: das sind alles Klone. Bananen haben keine Samen. Man vermehrt sie über Ableger. Ein Ableger ist genetisch identisch, so wie ein eineiiger Zwilling. Ein Klon eben. Dieses Beispiel zeigt einem, warum Sex eine so gute Idee der Evolution ist. Aber das ist ein anderes Thema.

https://www.washingtonpost.com/national/health-science/bananapocalypse-the-race-to-save-the-worlds-most-popular-fruit/2017/10/06/bf1635ac-7d28-11e7-83c7-5bd5460f0d7e_story.html?hpid=hp_hp-more-top-stories-2_bananas231pm%3Ahomepage%2Fstory&utm_term=.1dc1aafdb82b

 

Auf Facebook gab es unter diesem Post u.a. kritische Punkte zur Bananenindustrie und die Frage, ob eine verbesserte Resistenz der Cavendish wirklich der richtige Weg sei.

1 thought on “Bananokalypse”

  1. gnaddrig sagt:
    19/09/2018 um 12:29 Uhr

    Was mich wundert ist, dass man über 60 Jahre nach der Ausrottung der Gros Michel noch immer künstliches Bananenaroma verwendet, das sich geschmacklich an dieser Sorte orientiert, statt die allgegenwärtige Cavendish als Aroma nachzubauen. Man erkennt das Zeug ja nur deshalb als Bananengeschmack, weil man das als Kind (durch Kaba oder so) so gelernt hat (zumal viele Kinder die Bananen nicht vollreif mögen, sondern lange bevor die ersten braunen Punkte auftauchen, und da ist der Geschmack noch weiter von den Gros-Michel-Aromen entfernt). Ob man den Geschmack unvorbereitet richtig zuordnen würde, weiß ich nicht.

    Und eigentlich könnte man doch versuchen, die Gros Michel resistent zu machen, laut Wikipedia wird sie noch im Kongo und auf ein paar Inseln angebaut.

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